Mit dem Frühling kommt Platz für Neues
Es ist wieder soweit – die Kräuterspirale hat ein paar neue Pflanzen bekommen. Nachdem die letzten Fröste doch noch ein paar Opfer gefordert hatten, eine gute Gelegenheit Neues zu setzen…
Hier möchte ich euch „die Neuen“ kurz vorstellen und ihr geht auf Entdeckungsreise in der Spirale. Viel Spaß dabei!
Schnittknoblauch (Allium tuberosum)
Orangenthymian (Thymus fragrantissimus)
Der Orangenthymian ist mit unserem normalen Thymian verwandt. Es gibt über 300 Arten und Unterarten. In Mitteleuropa wurde er ca im 10. Jh in den Klostergärten eingeführt und medizinisch bei Erkältungs- oder Verdauungskrankheiten genutzt.
Auch hier gilt: Thymus steht für die Gattung, ‚fragrantissimus‘ für die Sorte. Übersetzt ist es der ‚duftende Thymian‘. Und pflückt euch, wenn ihr da seid mal ein Blättchen und zerreibt es zwischen den Fingern – nun, was riecht ihr?
Thymian ist für seinen hohen Gehalt an ätherischen Ölen bekannt, die besonders bei Wärme freigesetzt werden. Inzwischen ist durch Studien gut belegt, dass bestimmte Thymianarten mit ihren Inhaltsstoffen gut gegen Bronchitis, Verdauungsbeschwerden und andere gesundheitliche Beschwerden hilft. Verschiedene pflanzliche Hustensäfte enthalten u.a. Thymian.
Der Orangenthymian ist weniger für die Hausapotheke, aber umso besser für die Küche geeignet. Durch sein fruchtiges Aroma passt er perfekt als Tee oder zu Süßspeisen. Eine sehr leckere Variante ist es, wenn ihr von ein paar Zweigen die Blättchen im Apfelgelee mit aufkocht, hmmm.
Goldblatt-Thymian
Als zweite Art ist ein gelblaubiger Thymian mit in die Kräuterspirale gezogen. Dieser Thymian fällt vor allem durch sein helles Blatt auf und macht den Kräutergarten dekorativ 😊 Nutzen kann man ihn wie jeden anderen Thymian zu mediterranen Gerichten, Kartoffelgratin oder Ofenkartoffeln (Wedges).
Olivenkraut (Santolina viridis)
Auch das Olivenkraut kommt aus dem Mittelmeerraum zu uns.
Es mag nicht so gerne erhitzt werden, dann verliert es an Aroma. Es kann gut für mediterrane Marinaden, Dips oder auch Kräuterbutter etc. verwendet werden. Probiert doch für’s nächste Grillen mal eine Kräuterbutter mit verschiedenen mediterranen Kräutern aus – vielleicht noch etwas getrocknete Tomate dazu… oder einen mediterranene Nudelsalat, oder…
Typisch sind die kleinen, verzweigten, zypressenartigen Zweige und Blätter. Der Geruch erinnert an Oliven – daher sein deutscher Name…
Achtung: Santolina gehört zu den Korbblütlern – wer hier zu Allergien neigt, sollte das Olivenkraut nicht oder nur sehr vorsichtig nutzen.
Gewürztagetes (Tagetes tenuifolia)
Vielleicht kennen einige von euch noch die Tagetes oder „Studentenblumen“, die als Zierpflanzen häufig im Garten anzutreffen sind? Sie haben einen seltsam strengen Geruch, der das Wachstum von Nematoden im Boden verhindert. Ihre Ausdünstungen helfen, den Boden gesund zu halten und die Ausbreitung mancher Wurzelunkräuter zu verhindern. Das finde ich schon ziemlich cool – natürliche, biologische Bodenverbesserung…
Ursprünglich kommen die Tagetes aus Mittel- und Südamerika und werden dort als Küchen- und Heilfpflanze genutzt. Eine Wildform davon sind die Gewürz- oder Orangentagetes. Sie sind nicht jedermanns Sache – probieren kann man aber mal, oder?
Die Pflanze ist bei uns einjährig und kann im März / April, nach den Frösten, gesät werden.
Vor allem werden die Blüten genutzt, aber auch die frischen Blattspitzen. Die Blattspitzen haben ein herbes Zitrusaroma, bei manchen Sorten ist es auch Mandarinenähnlich. Sie eigenen sich als Zugabe zu Blattsalaten, Geflügel, Kräuteressig aber vor allem zu Obstsalaten, Desserts oder Sommergetränken.
Die Blüten kann man als essbare Deko nutzen. Am besten sparsam verwenden, der Geschmack der Gewürztagetes gefällt nicht jedem…
Und auch hie gilt aufpassen: Tagetes gehören zu den sog. Korbblütlern, wie Astern. Manche Menschen reagieren darauf allergisch!
Taglilie (Hemerocallis)
Auch Taglilien kennen wir als Zierpflanzen aus dem Garten.
Der Name ist Programm: für einen Tag öffnen sich die Blüten morgens, dann sind sie am Abend auch schon wieder verwelkt.
Nicht jeder weiß, dass die Blüten essbar sind. Am häufigsten wird dafür Hemerocallis citrina – die Zitronen-Taglilie bei uns verwendet. Die Asiaten machen keine Unterschiede, sie nutzen alle Taglilien. Und nicht nur Blüten, sondern medizinisch werden auch Wurzeln / Rhizome und Blattschösslinge verwendet.
Die Blüten können roh gegessen werden. Sie schmecken sehr frisch und knackig, je nach Sorte auch etwas zitronig. Dementsprechend kann man sie als essbare Blütendeko Salaten beifügen. Eine andere Variante ist, sie herzhaft oder süß mit Frischkäse oder Joghurt zu füllen.
Hier in der Kräuterspirale hat nun die Sorte ‚Stella d’Oro‘ ihren Platz gefunden. Eine kleinblütige Hybride mit langer Blütezeit.











