Die Brennnessel (Urtica dioica) - heimisches Powerfood das ganze Jahr
Hurra, der Frühling kommt… und mit dem Frühling kommen endlich auch die ersten Kräuter und Wildpflanzen wieder zum Vorschein.
Löwenzahn, Vogelmiere, Knoblauchsrauke, sind die ersten, die sich blicken lassen. Alles noch sehr klein und außer der Vogelmiere noch nicht genug zum ernten. Aber ein kleines Blättchen zum achtsamen Naschen auf dem Spaziergang ging schon.
Und von der Vogelmiere (Stellaria media) konnte ich sogar ein wenig für den Salat pflücken.
Aber eigentlich habe ich aber anderes gesucht… die Brennnessel
Die Brennnessel in der Natur
Die Brennnessel (Urtica) ist eine der ersten Pflanzen, die uns zu Beginn des Frühjahr zur Verfügung stehen. Sie ist mit 30 – 70 Arten fast weltweit beheimatet. Bei uns sind hauptsächlich die Große Brennnessel (Urtica dioica) und die Kleine Brennnessel heimisch.
De Große Brennnessel kann bis zu 150cm hoch werden und verfügt über ein ausgedehntes Wurzelgeflecht, mit dem sie auch Ausläufer bildet. Der Artenname ‚dioica‘ bedeutet „zweihäusig“, d.h. es gibt männliche und weibliche Pflanzen.
Sie wächst bevorzugt an Wegrändernd, Schuttplätzen oder im Siedlungsbereich, am liebtsen auf nährstoff- und stickstoffreichen Böden.
Verwechseln kann man sie mit der Kleinen Brennnessel oder z.B. mit Taubnesseln. Spätestens bei der Frage: Brennt es oder nicht – ist die Zuordnung dann klar.
Jeder, der schon mal mit der Brenn-Nessel im wahrsten Wortsinn „in Berührung“ kam, kennt sie.
Die Brennhaare wachsen entlang der vierkantigen Stängel und auf der Blattunterseite. In der Vergrößerung (s. Foto) sehen die Brennhaare aus wie kleine Injektionsnadeln. Sie enthalten Histamin, Acetylcholin und Ameisensäure. Bei Berührung der Pflanze bricht die Spitze der Brennhaare ab und die Säure, die sich im Inneren befindet, wird wie bei einer Spritze in die Haut injiziert. Der Mix der Inhaltsstoffe führt zu dem typischen Kribbeln der Haut, sie rötet sich und bildet kleine Quaddeln und soll bei rheumatischen Erkrankungen Beschwerden lindern.
Aus den Fasern der Brennnessel wurden früher – und auch heute wieder – Seile, Garne und Stoffe hergestellt. Im Märchen muss die jüngere Schwester für jeden ihrer verzauberten Brüder ein Hemd aus Brennessel nähen, damit sie ihre ursprüngliche Gestalt wieder zurückerhalten.
Die Brennnessel in der Küche
Die Brennnessel ist ein echtes Superfood und hat viele gesunde Inhaltstoffe.
Die (jungen) Blätter enthalten ungefähr 40% Eiweiß, damit sind sie eine perfekte Proteinquelle.
Aber auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind in den Blättern reichlich vorhanden.
Ihre entwässernde Wirkung ist inzwischen gut bekannt, so dass sie als Tee für Frühjahrskuren gut geeignet ist.
Ihr könnt die Brennnesselblätter ganz vielseitig nutzen. Als Spinat-Ersatz, im Smoothie, als Brennnessel-Ravioli. Oder unter einen Spätzle-Teig gemisch, oder… Der Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt.
Aufpassen nur, wenn ihr sie roh verwenden wollt, dann solltet ihr die Brennhaare unschädlich machen. Entweder:
- mit dem Nudelholz kurz drüberollen oder
- mit einem dicken Messserrücken drüber gehen (der selbe Effekt wie beim Nudelholz) oder
- kurz in warmes Wasser tauchen und in einem Tuch auswringen oder
- mixen
Ich hatte noch eine Bio-Wildsalat-Mischung zuhause. Da kamen Möhren, etwas Tomate und natürlich die Vogelmiere vom Spaziergang dazu. Ein einfaches Öl-Essig-Dressing mit wenig Salz und Pfeffer, ein paar Sonnenblumenkerne – fertig. Wenn ihr ein gutes Öl und Essig habt, braucht es kaum mehr.
Und dann fehlten nur noch die Chips…
Brennessel-Chips sind ganz leicht zu machen.
In Asien ist man sie häufig, gerne mit Sojasauce. Die braucht es aber nicht unbedingt 😉
Das erste Mal hatte ich sie vor ein paar Jahren mit meinen Kindern am Feuerkorb spontan in der Grillpfanne gemacht. Einfach ein gutes hocherhitzbares (Raps-)Öl in die Pfanne und dann die Brennnesseln kurz darin frittieren. Das Fett muss heiß genug sein, damit es frittiert, aber nicht zu heiß, damit sie nicht verbrennen.
Weil ich den Lachs heute sowieso in der Pfanne hatte, habe ich also die Brennnesseln direkt mit in das heiße Olivenöl gegeben. Aber erst zum Schluß und nur kurz. Wenn sie etwas dunkler und schön kross sind, sind sie perfekt. Vorsichtig aus der Pfanne nehmen und auf einem Küchensieb oder -papier abtropfen lassen. – Fertig.
Jetzt heißt es nur noch: genießen…
Lecker und gleichzeitig gesund -was will man mehr?











